Johann Christoph Gottsched (1700 Juditten bei Königsberg - 1766 Leipzig)

Gottsched war „Literaturpapst“ der Frühaufklärung, Vertreter einer klassizistischen Regeldichtung und Theater-Reformer. Seine Lehre von der Nachahmung der Natur bereitete der bürgerlichen Literatur der Aufklärung den Weg.

Vor den Soldatenwerbern von Friedrich Wilhelm I. floh er 1724 nach Leipzig und wurde 1727 Sprecher der sprachpflegerischen „Deutschen Gesellschaft“, 1730 Professor, später mehrmals Rektor der Universität. Bereits Lessing und die Verfechter des Sturm und Drangs kritisierten seine strengen ästhetischen Normen. Auch noch die Romantiker verspotteten ihn, weil er die Figur des „Hanswurst“ (Harlekin) von der Bühne verwies.

Sein Hauptwerk ist der „Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Teutschen“ (1730).

Abbildung: Leonhard Schorer (1715-1777): Johann Christoph Gottsched, Königsberg 1745.

Das Bild des Königsberger Malers ist das einzige Porträtgemälde, für das Gottsched selbst Modell gestanden hat.